CD-Review - Mike Groenefeld

21. September 2008 – 18:07 von Sven

Mike Groenefeld - Perfekte Welt? (2008)Ende August, genauer vermittelt am 24. August 2008, boten wir wieder die Gelegenheit, einerseits für Lau, Groenefelds Debüt-EP postwendend zu erhalten und andererseits dafür sein schriftliches Review bei uns einzureichen. Der Jens war so löblich und nimmt damit ganz unverblümt die EP in Betrachtung; herzhaft bis kritisch, aber wohlwollend authentisch.

Unterstützt wird Mike Groenefeld übrigens von dem Produzenten und Profischlagzeuger Jörg Uken und von Sebi Koopmann. Der Song ‘Wieder Da’ schaffte den Sprung in die renomierte Radiosendung NDR 2 Musikszene Deutschland.

Nachfolgend nun aber das Review zu Mike Groenefelds Debüt-EP ‘Perfekte Welt?’:


REVIEW
Mike Grönefeld – Perfekte Welt?

Man spürt schon beim ersten Hören die innere Zerrissenheit von Mike Grönefeld, die er auf seiner Debüt-EP „Perfekte Welt?“ verarbeitet. Sechs Lieder lang gibt er Einblick in seine Gefühlswelt und lässt uns teilhaben an dem, was ihn im letzten Jahr beschäftigte. Nachdenklich und zuweilen düster klingt es, wenn er seine rauhe und markante Stimme erklingen lässt.

Mike Grönefeld - Perfekte Welt? (Coverart by Torsten Müller)Tracklist zu ‘Perfekte Welt?’:

01. Wieder da
02. Viel zu oft!
03. Ein Lied für dich
04. Perfekte Welt?
05. Schaut nicht weg
06. Ich fühle noch

Gerade die ersten Töne des Openers „Wieder da“ erzeugen regelrecht Gänsehaut, wobei die Parallelen zu Metallicas „Hero Of The Day“ nicht zu leugnen sind. Die Gänsehaut bleibt jedoch nur bis seine Band einsetzt und der Wahl-Hamburger beginnt, einige Wörter unnötig in die Länge zu ziehen und seltsam zu betonen. Vor allem bei den rockigeren Stellen verfällt er immer wieder in dieses Muster. Was sehr schade ist, denn stimmlich ist er mit großem Talent und hohem Wiedererkennungswert gesegnet. Vor allem beim zweiten Song „Viel zu oft“ zerstört die unnatürliche Intonation die sehr gelungene Komposition. Wie auch im ersten Song versteckt sich hier einiges an Potenzial.

Mike Groenefeld 2008„Ein Lied für dich“ hält das Niveau der vorherigen Tracks nicht ganz, was der Titelsong „Perfekte Welt“ aber sofort vergessen macht. Der textlich und musikalisch stärkste Song der EP ist mehr als gelungen und zeigt in welche Richtung es für den 23-jährigen Songwriter gehen kann, wenn er sich auf seine Stärken konzentriert.

Eingängiger und gefühlvoller kann ein Lied kaum sein. Dagegen ist „Schaut nicht weg“ eine Achterbahnfahrt von einem Song. Einerseits ist er gespickt mit grenzwertigen Lyrics („Warum tut es so doll weh?“) und zu vielen „Ooohhhhh‘s“.

Andererseits ist es größtenteils sehr gut, was er und seine Band musikalisch auf die Beine stellen. Ein versöhnliches Ende findet die EP im pianolastigen und wunderschönen „Ich fühle noch“, wo Grönefeld stimmlich von Riki Linsmeier unterstützt wird.

Insgesamt ein solides Debüt für den jungen Künstler, der mit weitestgehend guten Texten und Arrangements auf sich aufmerksam macht. Die EP zeigt jedoch auch, dass noch viel zu tun ist bis zum Albums, um das vorhandene Potenzial letztendlich voll auszuschöpfen.

In Sachen Artwork sollte er sich bis dahin auf jeden Fall beraten lassen, damit so eine gestalterische Katastrophe nicht noch einmal passiert.

Von Jens Ratzel


Vielen Dank nochmal an Mike Groenefeld und Jens Ratzel für die investierte Zeit und brav wird an dieser Stelle von uns ein…, sagen wir mal, ein Knicks gemacht.

Zu beziehen ist die Scheibe ab sofort bei Mike Groenefeld.
Einzelheiten hierzu gibt es auf der myspace-Seite des Künstlers.

Reinhören bei Mike Groenefeld: myspace.com/mikegroenefeldmusik
Band-Website: www.mikegroenefeld.de

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